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  26. September 2011
    

Der jüngste Kundenanlass „Insights on Site“ der HPO fand bei der Schweizerischen Flugsicherung skyguide in Wangen bei Dübendorf statt. Seltene Einblicke in den Arbeitsalltag der Flugsicherung und Informationen aus erster Hand über die Abläufe hinter den Mauern von skyguide ermöglichten es vielen Gästen, Fragen zu stellen und sich ein eigenes Bild über die Herausforderungen in der Flugsicherung zu machen.

„Aviation im Umbruch – Herausforderungen zum Standort Schweiz“

Die Podiumsdiskussion spannte den inhaltlichen Bogen über die Flugsicherung hinaus weiter und zeigte allgemeine Zusammenhänge und aktuelle Konflikte im Bereich der Aviatik auf. Aufgrund ihrer langjährigen Beratungserfahrung im Flugwesen konnte HPO hochkarätige Gäste für diese Podiumsdiskussion gewinnen.

Die Redner teilten ihre spezifischen Erfahrungen aus den jeweiligen Tätigkeitsfeldern mit den Gästen, denen dadurch interessante und auch persönliche Einblicke in die Dynamik und die Herausforderungen der Aviatikbranche ermöglicht wurden.

   Podiumsdiskussion
 

Die Podiumsteilnehmer (von links nach rechts):

  • Rainer Hiltebrand, COO Swiss International Airlines
  • Peter Müller, Direktor Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL)
  • Daniel Weder, CEO skyguide
  • Moderation: Bruno Glaus, HPO AG (nicht im Bild)
 

Herr Weder (CEO von skyguide) stellte zu Beginn der Diskussion fest, dass die heutige Art der Flugsicherung allmählich das Ende Ihres Lebenszyklus erreicht hat. Eine weitere Ausnutzung von Optimierungspotenzialen sei im heutigen Modell kaum mehr möglich, in welchem die einzelnen Flugsicherungseinheiten mehr nach territorialen als nach betrieblichen Gesichtspunkten agieren. Die Schweiz sei zwar auf dem Weg hin zu einer Organisation, die sich primär am gestifteten Nutzen orientiert, vergleichsweise weit fortgeschritten. Aber für die effiziente Sicherung des FABEC-Luftraums (Functional Airspace Block Europe Central) brauche es weitere, einschneidende Veränderungen. Die beschlossene gemeinschaftliche Flugsicherung der Länder und die Aufteilung des Luftraums in funktionale Blöcke gestalten sich aber schwieriger als erhofft. Vor allem nationale Begehrlichkeiten in der Sicherstellung der eigenen Flugsicherungszentren erschweren eine grundlegende Reorganisation.

Herr Müller (Direktor des BAZL) stellte klar, dass eine rein zentralistische Lösung auch aus Sicht der Schweiz nicht infrage kommt. Nicht nur habe die Schweiz natürlich auch ein Interesse daran, die eigene Flugsicherung in einer gemeinschaftlichen Lösung weiter zu betreiben. Vielmehr sei aber eine dezentrale Organisation von funktional integrierten Zentren die einzige realistische Lösung, welche schliesslich auf breite Zustimmung bei den Mitgliedstaaten stossen kann.

Kantonale Regulierung – Nationale Bedeutung – Europäische Kooperation

Herr Hiltebrand (COO der Swiss International Airlines) fügte an, dass nicht nur ein konstruktives Verhältnis und ein fortlaufender Dialog mit dem betroffenen Ausland wichtig sind, sondern dass vor allem auch eine engagierte nationale Debatte über die Rolle und die Bedeutung des Flughafens Zürich für die gesamte Schweiz unumgänglich ist. Als Hub-Airline hänge der Erfolg der Swiss auch von der internationalen Bedeutung des Flughafens Zürich ab. Wenigstens ein moderates Wachstum am Standort Zürich sei für das langfristige Bestehen der Swiss notwendig, wolle die Airline nicht von aufstrebenden Konkurrenten allmählich marginalisiert werden. Es sei nicht die Absicht der Swiss, drastische Forderungen zu stellen, aber die Airline werde in Zukunft gezwungen sein, in der Öffentlichkeit und auf dem politischen Parkett deutlicher Stellung für ihre Interessen zu beziehen. Herr Müller und Herr Weder stimmten zu, dass es auch im Interesse der gesamten Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft ist, in der Debatte um den Flughafen Zürich Wege zu finden, welche die Überwindung der inhärenten Spannungspotenziale zwischen regionaler Regulierung, nationaler Bedeutung und europäischer Kooperation ermöglichen.

   Gäste1  Gäste2
 

Die für manchen Besucher überraschend weitreichende Einigkeit unter den Podiumsteilnehmern in der Diskussion war letztlich der perfekte Taktgeber für viele konstruktive Gespräche in einer gelösten Atmosphäre, die sich im Verlauf des anschliessenden Apéros unter den zahlreichen Gästen und Experten entwickelten.

 

   

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